Mar 8, 2009

Wenn Kinder das Sagen hätten...

Kinder drücken meist direkt und ehrlich das aus, was sie denken. Was läge also näher, als Kinder zu den Themen zu Wort kommen zu lassen, die so klar und einfach beantwortet werden können, über die wir uns jedoch böse die Köpfe zerbrechen und manchmal sogar gegenseitig einschlagen würden...?



Surrender : Director: Tung-Wang Wu | Genre: Documentary | Produced In: 2004

Synopsis: SURRENDER is a documentary in which Taiwanese children of 4 to 8 years old talk about their views on surrendering to China. Asking children big questions sounds silly, and living under China's threat to Taiwan is no laughing matter. As in my other recent works, I explore the concept of reversal to provoke an accidental stream of unexplored thoughts and discover alternative perspectives on the conventional wisdom about social issues, in this case, China's constant threat to Taiwan.

Die hier interviewten hinreißenden Kinder leben auf Kinmen, der Insel direkt vor der Festlands-Küste, die aber zu Taiwan (resp. der Republik China) gehört. Infos über den Autoren, der 2004 mit "Surrender" auf dem Talent Campus der Berlinale vertreten war, hier.

Ich habe ein Weilchen hin und her überlegt, ob man Kinder unbedingt mit solchen Fragen konfrontieren muss... Und ich bin zu keinem Schluss gekommen. Warum sollte man ihnen nicht den Verstand zutrauen, auch mit solch heiklen Dingen umzugehen?

Dann wiederum drücken Kinder oft genug genau das aus, was sie in ihrem sozialen Umfeld tagtäglich zu hören und sehen bekommen. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf können wir durchaus Schlüsse aus den Aussagen der Kinder ziehen... In Taiwan wird auch in der nächsten Generation kein "chinesisches" Bewusstsein entstehen, sondern sich der statistisch schon nachgewiesene Trend fortsetzen, sich distinkt, artikuliert und selbstbewusst als "Taiwaner" zu identifizieren.

Was mir nicht gefällt, ist dieser nationalistische Unterton bei allem und jedem, was das Verhältnis zwischen Taiwan und China anbetrifft. Ist verstärkter Nationalismus eine Form der Kompensation für die nicht gewährte Anerkennung dessen, was im Gefühl schon lange Realität ist, nämlich ein de jure anerkannter taiwanischer Staat? Ist der Nationalismus eine natürliche Reaktion auf die Drohung des "Anderen", sich der mühsam erkämpften Rechte und Freiheiten zu bemächtigen? Eine Trotzreaktion, die durch die so unverhältnismäßige machtpolitische Unterlegenheit einer kleinen Insel gegenüber dem Kontinent-gleichen China nur noch gesteigert wird?

Hier noch ein zweiter Eindruck des Regisseurs, Wu Tung-wang:

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